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Religionspädagogische Kompetenz – Univ.-Prof. Martin Jäggle an der PTH St. Pölten

Dr. Martin Jäggle

St. Pölten, 27.03.2017 (dsp) Nach den Herausforderungen für eine Philosophisch-Theologische Hochschule angesichts der Zeichen der Zeit fragte Martin Jäggle, Emeritus für Religionspädagogik und Altdekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien, in seinem wegweisenden Grundsatzvortrag über „Religionspädagogische Kompetenz“.

Kompetenz ist Wissen und Können. Und religionspädagogische Kompetenz ist eine Aufgabe für die Hochschule insgesamt. Ausgehend von einer nicht hintergehbaren Pluralität der Gesellschaft, die von der Theologie nur kommunikativ aufgenommen werden könne, ist die Beschäftigung mit Realität von fundamentaler Bedeutung für eine philosophisch-theologische Bildungseinrichtung. Religiöse Pluralität ist dergestalt zu würdigen, dass sie nicht in die Falle des Exklusivismus tritt, denn eine Philosophisch-Theologische Hochschule als kirchliches Kompetenzzentrum in ihrem diözesanen Kontext hat die beständige Aufgabe, sich in diesem und allen anderen Kontexten, in denen sie steht, zu entwickeln, weil sie in einen konkreten geschichtlichen Rahmen gestellt ist. Dazu nannte Prof. Jäggle vier Bereiche:

Erstens die „Themen der Zeit“ haben für eine Hochschule substantielle Relevanz. Lerne ich Theologie oder lerne ich Fächer (gleichsam für die Prüfungen)? Zweitens die „Theologische Reflexion“ eines Themas einschließlich der didaktischen Analyse. Warum fällt es Studierenden so schwer, theologisch zu reflektieren? Wozu dient dann ihr Studium, wenn sie quasi die Summe nicht systematisch erschließen können? Drittens: Ausgehend von der Tatsache, dass die Theologie für die Wissenschaft nicht ersetzbar ist, erhob der Referent die Forderung, dass Theologie sich selbst nicht genügen darf, weil sie sich sonst selber abschafft. Vielmehr braucht es ein interdisziplinäres Arbeiten in theoretischen Kontexten. In Anlehnung an Melchior Canos Quellen der Theologie – „loci theologici“ – bezeichnete der Referent den Religionsunterricht als Ort der Theologie, nämlich als „locus theologicus alienus“. Viertens wurde die Bedeutung von Religionspädagogik als theologische Wissenschaft für Bildung betont und als Theorie religiöser Bildung im Kontext alltäglicher Herausforderungen markiert. Es geht um ein Wahr- und Ernstnehmen gegenwärtiger Fragestellungen und die Subjektorientierung in theologischer Theorie und Bildung. Die Anwältin des Subjekts sucht den Dialog mit dem Anwalt des Objekts. Der vorgesehene Rahmen dazu ist die Theologie in Theorie und Praxis, denn die Theorie ist ohne Praxis grau; die Praxis ohne Theorie grauenvoll. Religionspädagogisch geht es um eine Vermittlung von Zeitgemäßheit („Zeichen der Zeit“), Schriftgemäßheit und der Frage nach Wahrheit, sowohl theologisch wie religionspädagogisch nach der Wahrheit in den „Niederungen“ der alltagstheoretischen Gedanken der Jungen und Alten.

Eine Hochschule muss sich diesen Fragen stellen. Welches Wissen und Können ist von Nöten? Die zu vermittelnde religionspädagogische Kompetenz muss handlungsfähig sein, was als Leitkompetenz „religiöse Reflexionskompetenz“ benötigt. Denn die handlungsleitende Theorie religionspädagogischer Gestaltungskompetenz muss sich mit Brennpunkten der historischer Zusammenhänge, Wirkungsgeschichte und Gegenwartsbedeutung beschäftigen. Es geht um eine glaubwürdige Auseinandersetzung mit dem „Evangelium für heute“ und damit um Zugangsmodi zur Welt.

Zu Martin Jäggle: http://www.pth-stpoelten.at/philosophisch-theologische-hochschule-der-dioezese-st-poelten/artikel/2017/religionspaedagogische