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Pfadfinder für Christus – Wegweiser der Jugend: die Servi Jesu et Mariae und die Ancillae Domini

Prozession mit Pfadfindern

St. Pölten, 11.03.2016 (dsp) Die Ordensgemeinschaft der Servi Jesu et Mariae (SJM) und die Säkulargemeinschaft der Ancillae Domini sind beide aus der Jugendarbeit der Katholischen Pfadfinderschaft Europas erwachsen und auch darüber hinaus sind die beiden Gemeinschaften, deren Niederlassungen in Blindenmarkt und Neustadtl nur wenige Kilometer voneinander entfernt liegen, miteinander eng verbunden – liturgisch wie spirituell. Mit einem Besuch beider Gemeinschaften beschloss das Forscher- und Entdeckerteam der PTH und das KBW die Semesterreihe der Exkursionen in die Gemeinschaften geweihten Lebens unserer Diözese.

Alles zur größeres Ehre Gottes: Dieses Leitwort des Heiligen Ignatius von Loyola, nach dessen Regel beide Gemeinschaften leben, bestimmt nicht nur ihre Spiritualität, sondern auch ihr Apostolat. Und auch wenn die verschiedenen Mitglieder beider Gemeinschaften durchaus auch unterschiedliche Einsatzfelder in der Jugendarbeit haben, so bildet die Pfadfinderarbeit ein gemeinsames Substrat. „Das vom Evangelium befruchtete Pfadfindertum ist der Ort eines starken christlichen Vorschlags, einer wahren geistlichen und sittlichen Reifung sowie eines echten Wegs der Heiligkeit,“ so Papst Benedikt. Die Katholischen Pfadfinderschaft Europas wurde 1976 gegründet. Ihre Gründer kamen aus der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg, hatten diese aber verlassen, da dort das Glaubensleben vernachlässigt worden war. Maßgeblich an der Gründung beteiligt war u.a. Andreas Hönisch, der spätere Gründer der SJM.

Die Servi Jesu et Mariae entstanden 1988 zunächst in Wickstadt bei Frankfurt, die ersten Jahre verbrachte die Gemeinschaft in einem alten Kapuzinerkloster in Mussenhausen im Allgäu. 1994 wurde die SJM als Kongregation päpstlichen Rechts anerkannt. Seit 1996 befindet sich das Ausbildungshaus und Generalat in Blindenmarkt, im 1396 erstmals urkundlich erwähnten Auhof – „neuer Wein in alten Schläuchen“. Hier erfolgt tatsächlich auch der erste Abschnitt der philosophisch-theologischen Ausbildung, den zweiten Studienabschnitt absolvieren die Priesteramtskandidaten an der Hochschule Heiligenkreuz. Die Gemeinschaft zählt rund 50 Mitglieder, davon 30 Priester. Diese betreuen Pfarren in der Diözese St. Pölten sowie in Deutschland Frankreich, Belgien und Kasachstan. Um für das Apostolat freier und beweglicher zu sein, verzichtet die Gemeinschaft auf das gemeinsame Chorgebet. Umso wichtiger ist für jeden Einzelnen das innere Gebetsleben, das im Geheimnis der Eucharistie seine Mitte hat. Zu den wesentlichen Bestandteilen der Spiritualität gehört daher auch die gelebte Weihe an das Heiligste Herz Jesu und das Unbefleckte Herz Mariens und dementsprechend auch das tägliche Rosenkranzgebet. Die Messe wird nach der neuen und der alten Form gefeiert, dies wird als besonderer Beitrag zur liturgischen Erneuerung im Sinne einer Kontinuität mit der Tradition der Kirche verstanden.

Die Priester der Gemeinschaft zelebrieren die Messe auch für die Ancillae Domini, die sie liturgisch betreuen und mit denen sie in spirituellem Austausch stehen. Die 2003 gegründete Gemeinschaft führt ihren Namen auf das Wort Marias im Lukasevangeliums zurück: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn. Mir geschehe, wie Du gesagt hast.“ (1,38) Ursprünglich als ein Jahr Auszeit einer Gruppe junger Frauen gedacht, verstetigte sich die Gemeinschaft, die schließlich im Jahr 2010 bischöflich anerkannt wurde und zu der heute neun Frauen gehören, die in einem Vierkanter in Kleinwolfstein leben. Aufgrund des jungen Durchschnittsalters der Mitglieder der Gemeinschaft, die in Form eines Säkularinstituts lebt, hat der Hof gleichsam ebenfalls den Charakter einer Ausbildungsstätte. Während die „älteren“ Schwestern bereits in pädagogisch-pastoralen Berufen stehen – die Leiterin der Gemeinschaft ist Direktorin einer Schule mit Förderschwerpunkt in emotionaler und sozialer Entwicklung – stehen die jüngeren Schwestern in der Berufsaus- oder -weiterbildung oder im Studium. Doch die Ausübung eines Berufs in der Welt ist die Perspektive aller Schwestern, entspricht dies doch dem Modell des Apostolats der Gemeinschaft. Der Hof liegt am Schnittpunkt mehrerer Pfarren, in denen sich die Schwestern ebenfalls pastoral engagieren.

Die beiden jungen Gemeinschaften ignatianischer Prägung mit jugendpastoralem Apostolat bildeten einerseits den Abschluss der Exkursionsreihe der Hochschule zum Jahr der Orden und andererseits den Auftakt zu einer weiteren, fortgesetzten und intensivierten Auseinandersetzung der Teilnehmenden aus den Reihen der PTH und des KBW mit den Ordensgemeinschaften und Säkularinstituten auf dem Gebiet unserer Diözese.