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Hochschulausflug 2016

St. Pölten, 23.06.2016 (dsp) Der diesjährige Hochschulausflug führte das Kollegium der Lehrenden gleichsam nur um die Ecke – ins Diözesanmuseum. Direktor Dr. Wolfgang Huber zeigte einleitend einige prominente Neuzugänge und führte die Gruppe anschließend durch die aktuelle Sonderausstellung. Zum Abschluss zeigte Mag. Eva Voglhuber die Schätze der neu geordneten Paramentenkammer.

Für viel Gesprächsstoff sorgte eingangs die neue Dauerleihgabe des Landes Niederösterreich an das Diözesanmuseum, eine seltene spätmittelalterliche Holzplastik des Hl. Hippolyt. Die 88 cm hohe Lindenholzfigur stellt Hippolyt als jugendlichen Ritter mit Panzer, Mantel und Barett dar, dem als Attribut ein Pferd beigegeben ist. Die Lanze, die er vermutlich in seiner Linken hielt, fehlt. Stilistische Erwägungen legen eine Entstehung in Thüringen um 1500 nahe – der hohe Sockel ist charakteristisch für die Thüringer Altarplastik der Spätgotik, wofür auch die schlanken Proportionen und die bewegten Konturen sprechen. Aber auch die neue Schenkung einer spätmittelalterlichen Holzstatue des Hl. Leopold mit Markgrafenhut und andere Objekte, die im Laufe der letzten Monate erfreulicherweise ihren Weg in das Diözesanmuseum gefunden haben wurden bestaunt und diskutiert.

Unter dem Titel „Kirche und K... – Sakrale Ausstattungen zwischen Kult und Kunst“ ist die heurige Sonderausstellung des Diözesanmuseums St. Pölten der Bedeutung sowie den Typen und Formen des sakralen Kunstgutes gewidmet. Dabei wird die historische Entwicklung der „zum Gottesdienst gehörenden Dinge“ vorgestellt und mit signifikanten Beispielen aus den Beständen des Diözesanmuseums und seiner Depots veranschaulicht. <--break->Ihre Verwendung in der alten und der durch die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils erneuerten Liturgie, die manche der sakralen und liturgischen Objekte vielfach funktionslos machten, wird dabei thematisiert. Für die „älteren Semester“ unter den Professoren, die auch priesterlichen Dienst versehen, gab es da und dort und „Wiedersehen“ mit diesen Dingen und es kam zu anregenden Gesprächen, die den Bogen vom Damals ins Jetzt spannten.

Nach der Aufhebung des St. Pöltener Augustiner Chorherrenklosters 1784 wurde der Bestand an liturgischen Geräten und Paramenten großteils von der im Jahr 1785 etablierten Diözese St. Pölten übernommen und in der Folge mit weiteren künstlerisch hochwertigen Objekten erweitert. 1984 wurde der südliche Abschnitt dieser Raumfolge als Paramentenkammer ausgestattet. Um die konservatorisch adäquate Lagerung der sensiblen sakralen Kunstwerke zu gewährleisten, wurden 2014 die notwendigen baulichen und klimatischen Verbesserungen sowie Adaptierungen an den Kästen und Vitrinen durchgeführt - der Raum wurde den konservatorischen Richtlinien entsprechend als Schatz- und Paramentenkammer neu eingerichtet. Verwahrt wird ein bemerkenswert qualitätvoller Bestand an vor allem barocken liturgischen Geräten und Paramenten. Auch der Kerens-Ornat, den unser Bischof DDr. Klaus Küng beim Festgottesdienst anlässlich des Jubiläums unserer Hochschule trug, ist dort dauerhaft ausgestellt.