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„Die Spatzen pfeifen lassen“: die Salesianer Don Boscos in Amstetten

St. Pölten, 25.04.2016 (dsp) Die Salesianer Don Boscos führten die Exkursionsgruppe der Hochschule und des Bildungswerkes der Diözese St. Pölten – nach den Franziskanerinnen – ein zweites Mal im Lauf des Studienjahres nach Amstetten: und wieder standen die katholische Erziehungsarbeit, ihre Tradition und ihre Prinzipien im Mittelpunkt des Interesses. Durch den Tag führten Pfarrer P. Mag. Hans Schwarzl SDB und der Direktor des Hauses P. Franz Kniewasser SDB.


Don Bosco gehört sicherlich zu den bekanntesten und beliebtesten Heiligen des 19. Jahrhunderts. Johannes Boscos Eltern waren Bauern aus dem Piemont. Im Alter von zwei Jahren wurde er durch den Tod des Vaters zur Halbwaise. Er behauptete, als Neunjähriger einen Traum gehabt zu haben, aufgrund dessen er Priester werden wollte. Die Mutter konnte jedoch kein Geld für eine entsprechende Ausbildung aufbringen. Mit zwölf Jahren ging er bei einem Schneider in die Lehre und arbeitete als Stallbursche, um den Unterricht in Katechismus finanzieren zu können. Der ältere Halbbruder Antonio versuchte mit allen Mitteln, diesen Unterricht zu verhindern, um den jüngeren weiterhin zu Hause und auf dem Feld arbeiten zu lassen. Die Mutter zahlte Antonio die Erbschaft aus, worauf dieser die Familie für immer verließ. Johannes besuchte ein Gymnasium und ein Priesterseminar.

1841 wurde er zum Priester geweiht. Er ging nach Turin, um dort für arme und benachteiligte Jugendliche zu wirken. Nach mehreren Umzügen des Oratoriums und einer Phase als „Wanderoratorium“ konnte er 1846 im Turiner Stadtteil Valdocco in einem kleinen, heruntergekommenen Schuppen einen festen Platz für die Jugendlichen finden. Nach nur zwei Wochen intensiver Umbauarbeiten feierte Don Bosco dort die Osternachtsmesse. Am 18. Dezember 1859 gründete er eine religiöse Vereinigung, die 1874 von Papst Pius IX. als Gesellschaft des heiligen Franz von Sales (bekannt als Salesianer Don Boscos) anerkannt wurde. 1872 gründete er gemeinsam mit der später heiliggesprochenen Maria Mazzarello die Ordensgemeinschaft der Töchter Mariens, Hilfe der Christen (Don-Bosco-Schwestern); Ziel beider Vereinigungen war Erziehung und Fürsorge armer und benachteiligter Jugendlicher. Heute zählen die Salesianer Don Boscos zu den Pionieren der katholischen pädagogischen Jugendarbeit. Sie gehören neben den Jesuiten und den Franziskanern zu den drei größten Männerordensgemeinschaften der römisch-katholischen Kirche und sind weltweit aktiv.

Seit 1925 betreuen die Salesianer Don Boscos die Pfarre Amstetten, wo sie auch ein Oratorium und ein Jugendzentrum führen und eine Pfadfindergruppe ihren Standort hat. In den vergangenen 90 Jahren haben sie einen sehr großen Stab an ehrenamtlichen Mitarbeitern aufgebaut, ohne den der weit gefächerte Dienst nicht durchführbar wäre. Vielen davon sind den so genannten Ehemaligen zuzurechnen: Unter Ehemalige bzw. Freunde Don Boscos sind all jene zu verstehen, die in einer Einrichtung der Salesianer gelebt oder die Freizeit verbracht haben. Sie gehören aufgrund der vermittelten Werte und der daraus gewachsenen Begeisterung und Freundschaft für Don Bosco dazu. Die meisten der Freunde haben ihre Kindheit oder ihre Jugend im Don Bosco-Heim, im Ybbsheim und/oder bei den Pfadfindern verbracht und sind so mit Don Bosco in Berührung gekommen. Die Freundschaft und die Begeisterung, die damals entstanden ist, verbindet sie heute noch. Neben dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendarbeit ist die Kirche auch „Beichtkirche“ für die ganze Umgebung.

Die Herz-Jesu-Kirche wurde erst Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet, 1931 eingeweiht und geht in ihrer inneren Erscheinungsform auf die 1950er Jahre zurück, nachdem sie im 2. Weltkrieg durch einen Bombentreffer schwer beschädigt worden war. Auf zwei Besonderheiten kann man in diesem Zusammenhang hinweisen: die Kirche hat einen zweiten Grundstein, der im Jahr 1952 gesetzt wurde und die Inschrift trägt „Menschenhass zerstört – Gotteslieb baut auf“. An Stelle der durch den Krieg verlorenen Glocken wurden Stahlglocken vom 1. Weltkrieg angebracht, welche bis heute in Verwendung sind, denn unter Pfarrer Bloderer gab es einen PGR-Beschluss: Solange ein Mensch in der Welt hungert, kommen keine neuen Glocken auf unsere Türme. Die Innenausstattung wurde erst 1965 vollständig wiederhergestellt.

Aus der intensiven Jugendarbeit der Amstettner Salesianer rekrutieren sich auch Jugendliche, die als Freiwillige im Rahmen der Projekte des Orden in der Dritten Welt im Einsatz sind. Die Initiative „VOLONTARIAT bewegt“ von Jugend Eine Welt und den Salesianern Don Boscos dient zur Förderung von Freiwilligeneinsätzen und Zivilersatzdiensten im Ausland. Engagierte Frauen und Männer haben über den Verein die Möglichkeit, in konkreter Solidarität ein Jahr in einem Land Afrikas, Asiens oder Lateinamerikas mitzuleben. Als Freiwillige engagieren sie sich für benachteiligte Kinder und Jugendliche in Straßenkinderprojekten, Jugendzentren, Schulen, Berufsausbildungszentren, Lehrwerkstätten und Kinderwohnheimen der Salesianer Don Boscos und der Don Bosco Schwestern. Sie leisten unterstützende Lehrtätigkeiten, assistieren im Bereich der Freizeitbetreuung und der offenen Kinder- und Jugendarbeit und engagieren sich so für die ganzheitliche Erziehung von Kindern und Jugendlichen nach dem Vorbild des italienischen Sozialpioniers Don Bosco.