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Barmherzigkeit soll Handeln der Kirche prägen

Dr. Andreas Batlogg SJ

St. Pölten, 14.11.2016 (dsp) Am Ende des Jahres der Barmherzigkeit bündeln die Philosophisch-Theologische Hochschule St. Pölten (PTH) und das Bildungshaus St. Hippolyt den Ertrag des Jahres in zwei Abendforen. Dass „Barmherzigkeit das gesamte Handeln der Kirche prägen soll“, war Tenor des ersten Abendforums mit dem Theologen und Jesuitenpater Andreas Batlogg, Herausgeber der „Stimmen der Zeit“, Religionswissenschaftler Karl Prenner von der Universität Graz und Hildegard Wustmans, Pastoraltheologin an der Katholischen Privatuniversität Linz.

Ihr gesamtes pastorales Handeln sollte umgeben sein von der Zärtlichkeit, mit der sie sich an die Gläubigen wendet; ihre Verkündigung und ihr Zeugnis gegenüber der Welt können nicht ohne Barmherzigkeit geschehen. Die Glaubwürdigkeit der Kirche führt über den Weg der barmherzigen und mitleidenden Liebe“ (MV 10). Auf dem Hintergrund dieses Zitats aus dem Schreiben von Papst Franziskus „Misericordiae vultus – Antlitz der Barmherzigkeit“, in dem er das „Jahr der Barmherzigkeit“ angekündigt hatte, erkannte Batlogg ein Programm für päpstliche Reformen, das auch die kirchlichen Strukturen verändere, weil es zunächst eine „pastorale Umkehr“ ans Herz lege.

Dieser Weg führe die Kirche in zweifacher Weise näher zu den Menschen: Zum einen solle vor Ort entschieden werde, was vor Ort (und nicht in Rom) entschieden werden könne. Die Ortskirche werde also aufgewertet, so Batlogg. Zum anderen werde deutlich, dass menschliche Lebens- und Berufungsgeschichten immer brüchig seien. Aus diesem Grund müsse die Barmherzigkeit vor dem Recht wieder mehr Bedeutung gewinnen, betonte Batlogg.

Real erfahren würden die sieben Werke der Barmherzigkeit aus dem Matthäusevangelium dann, wenn Menschen einem anderen Menschen – formuliert nach Bischof Joachim Wanke – sagten: „Du gehörst dazu – Ich höre dir zu – Ich rede gut über dich – Ich gehe ein Stück mit dir – Ich teile mit dir – Ich besuche dich – Ich bete für dich.“ Für das Kirchenverständnis bedeute ein solches Konzept, dass sich Kirche nicht auf Spiritualität reduzieren lasse, sondern ihre zentrale Botschaft der Barmherzigkeit auch auf politischer Ebene vertrete, indem sie für die Würde aller Menschen eintrete, wie Batlogg ausführte: „Eine barmherzige Kirche hat entscheidend mit einem Glaubwürdigkeitsfaktor zu tun.“ Dabei gehe es Papst Franziskus nicht um einen Stilwechsel, sondern um einen Paradigmenwechsel.

Der zweite Teil der Veranstaltung findet am 24. November, um 18 Uhr, im Bildungshaus St. Hippolyt statt. Es referieren Univ.--Prof. Dr. Józef Niewiadomski, Univ.-Prof. Dr. Irmtraud Fischer und Prof. Dr. Martin Lintner.

Link Hippolythaus: Fotos zum Abendforum 2 am 24. November 2016.