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Pionierinnen der katholischen Schule

St. Pölten, 30.11.2015 (dsp) Mit Maria Theresia Zechner und Elisabeth Eppinger begegneten den Teilnehmern der PTH/KBW-Exkursionsreise zum Jahr der Orden in die Klöster der Frauenorden der Diözese nun zwei Pionierinnen des katholischen Schulwesens, deren Nachfolgerinnen die katholische Schule in Niederösterreich nachhaltig geformt haben und weiterhin prägen. Und so betreiben die Schulwestern vom Dritten Orden des heiligen Franziskus Seraphikus, heute besser bekannt als Franziskanerinnen Amstetten, und die Schwestern vom Göttlichen Erlöser eine Reihe von Schulen in unserer Diözese. Doch wer waren die Gründerinnen dieser Orden, die heute vielen namentlich nicht mehr so geläufig sind, und wer sind eigentlich jene Schwestern, die ihr Erbe in die Zukunft tragen?  

Theresia Zechner schloss sich 1721 im Alter von 24 Jahren dem Dritten Orden des heiligen Franziskus an, legte das Gelübde der Ehelosigkeit ab und erhielt den Namen Maria Hyazintha. Sie beschloss, sich um die Töchter der Salinenarbeiter in der Stadt Hallein zu kümmern. Gleichgesinnte schlossen sich ihr in diesem Werk an, sehr bald auch ihre eigene Mutter, und so entstand eine eigene Gemeinschaft von Frauen, die das Leben nach dem Evangelium, wie sie es bei Franziskus von Assisi sahen, zum konkreten Dienst der Bildung und Erziehung der Mädchen und jungen Frauen befähigte. Nach vielen Höhen und Tiefen erhielt die Gemeinschaft 100 Jahre später die ersten bischöflichen Statuten und die Anerkennung als religiöse Gemeinschaft. Auf Betreiben der Kaiserin Karolina Augusta kamen 1845 Schwestern zur Bildung und Erziehung der Soldatentöchter nach Wien und gemeinsam mit Fürstin Franziska von Liechtenstein erwirkte sie 1852 die Stationierung von Schwestern in Judenau bei Tulln zur Betreuung der Waisenkinder. Die Schwestern wurden in den folgenden Jahren jeweils dem zuständigen Diözesanbischof unterstellt – aus einer Wurzel entstanden so drei eigenständige Kongregationen. 1855 wurde Judenau das neue Mutterhaus der selbständig gewordenen Kongregation der Schulschwestern. Von Judenau aus wurden in der Diözese St. Pölten und teilweise auch in der Erzdiözese Wien viele kleinere und größere Niederlassungen der Gemeinschaft gegründet. Die Hauptaufgabe lag nach wie vor in der Bildung und Erziehung der weiblichen Jugend. Nach der Beschlagnahmung von Judenau durch das NS-Regime wurde die Niederlassung in Amstetten zum neuen Mutterhaus erhoben. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges haben die Schulschwestern von dort aus in den Schulen, Kindergärten, Horten und Internaten gearbeitet und prägen heute das Schulwesen in Amstetten, Zwettl, Langenlois und Schiltern. 

Elisabeth Eppinger war schon als Kind von einer außerordentlichen religiösen Begabung, bei geringer Schulbildung intelligent und willensstark, jedoch von sehr schwacher Gesundheit. Ihre schlechte körperliche Konstitution verhinderte über viele Jahre einen von ihr ersehnten Eintritt in ein Kloster. Als Dulderin und Mystikerin wurde sie jedoch zur „Seherin von Niederbronn“, wo sie schließlich ihre eigene Kongregation zunächst nur für die Krankenpflege gründete, der sie als Mutter Alfons-Maria vorstand. Die Kongregation breitete sich nach Innerfrankreich, in die Pfalz, Baden, Hessen, Bayern und Österreich aus; die Häuser in Wien und Oedenburg und in der Diözese Würzburg trennten sich allerdings 1866 vom Mutterhause und bildeten eigene Kongregationen. Bei ihrem Tod gab es 372 „Schwestern vom Allerheiligsten Heiland“ in 74 Häusern, 1948 schon 5254 Schwestern in 690 Häusern, in die 5 Provinzen Frankreich (Mutterhaus Avenay), Elsaß-Lothringen (Mutterhaus Oberbronn), Belgien-Holland, Baden-Hessen (Mutterhaus Bühl) und Bayern-Rheinpfalz (Mutterhaus Neumarkt) geteilt, dazu 12 Stationen in der afrikanischen Mission. Zählt man die abgespaltenen Kongregationen hinzu, sind es 1145 Häuser mit über 10 000 Schwestern, die den Impulsen folgen, die von Elisabeth Eppinger ausgingen. In unserer Diözese unterhält die Kongregation der Schwestern vom Göttlichen Erlöser in Gleiß beim Sonntagberg bereits seit 1901 ein Schulzentrum mit heute drei Schulen, in der Erzdiözese Wien ebenfalls ein Schulzentrum sowie ein Alten- und Pflegeheim und das Krankenhaus vom Göttlichen Heiland.