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Mit der Kraft der Eucharistie und des Rosenkranzes: Die Schwestern der Familie Mariens in Hürm

St. Pölten, 10.12.2015 (dsp) Seit dem Jahr 2007 gibt es eine kleine Niederlassung der Gemeinschaft der Familie Mariens in Hürm. Derzeit umfasst sie sechs Schwestern, von denen zwei ihr theologisches Studium an unserer Hochschule in St. Pölten absolvieren, wobei die Niederlassung allgemein als Ausbildungszentrum für Schwestern der Gemeinschaft, sei es das Studium der Theologie oder der Religionspädagogik oder eine andere Ausbildung, gedacht ist.

Gleichzeitig sind alle Schwestern soweit als möglich in der Pfarre Hürm pastoral tätig. Sr. Camilla, die Leiterin der Niederlassung führte die Gruppe der Hochschule und des Bildungswerkes durch den Tag, den Einführungsvortrag hielt Sr. Maria, Absolventin unserer Hochschule, deren Buch über „Die Eucharistie als Lebensprinzip der Kirche“ unlängst in der Schriftenreihe der Hochschule erschienen ist.

Im Jahr 1968 gründete der slowakische Bischof Paul Maria Hnilica SJ († 2006) auf Wunsch von Papst Pauls VI. die Laienbewegung Pro fratribus mit dem Ziel, die verfolgte Kirche in Osteuropa geistig und materiell zu unterstützen. Durch den Eintritt einiger junger Männer und Frauen, die gottgeweiht leben wollten, um sich so noch direkter der Ausbreitung des Evangeliums widmen zu können, kam es zu einer Neuausrichtung der Bewegung. Diese wurde am 14. August 1992 durch den Bischof von Rožňava, Msgr. Eduard Kojnok († 2011), unter dem neuen Namen Pro Deo et fratribus - Familie Mariens (PDF-FM), meist nur Familie Mariens genannt, auf diözesaner Ebene anerkannt und am 25. März 1995 vom Päpstlichen Rat für die Laien zu einer Vereinigung päpstlichen Rechts erhoben mit der definitiven Anerkennung der Statuten am 25. März 2004. Heute sind die Brüder und Schwestern nicht mehr hauptsächlich in Osteuropa, sondern in ganz Europa aktiv und haben auch eine Niederlassung in Südamerika gegründet.

Für die Priester der PDF-FM wurde von der Kleruskongregation im Jahr 2008 eine internationale öffentliche klerikale Vereinigung päpstlichen Rechts mit dem Namen Werk Jesu des Hohenpriesters (Opus J.S.S.). Gründer und Präsident ist der Priester Gebhard Paul Maria Sigl. Im Blick auf Jesus den Hohenpriester und nach seinem Vorbild bemühen sich die Kleriker des Werkes Jesu des Hohenpriesters, ihren Dienst für das Reich Gottes auszuüben. Die Ausbildung der Seminaristen erfolgt in Rom. Sie gliedert sich in das zweijährige Vorseminar und in die philosophischen und theologischen Studien an den päpstlichen Universitäten in Rom. Die Missions-Brüder, die den Priestern in der Pastoral behilflich sind, erhalten ihre Formung und Ausbildung ebenfalls im Formungshaus des Werkes Jesu des Hohenpriesters.

Die Berufung der Apostolischen Schwestern der Familie Mariens , wie jene die in Hürm leben, beten und wirken, besteht im innersten Wesen darin, ihr Leben für die Heiligung der Priester Gott hinzugeben. Sie tun dies vor allem dadurch, dass sie sich um ein tiefes Gebetsleben bemühen und ihre täglichen Tätigkeiten und Pflichten in diesem Anliegen aufopfern. Die Ausbildungs- und Formungszeit der Apostolischen Schwestern im Mutterhaus in der Slowakei umfasst mindestens drei Jahre, die der geistig-spirituellen Vertiefung sowie auch der praktisch-missionarischen Reifung dienen. Das Ende der Formungszeit bildet die feierliche Weihe an das Makellose Herz Mariens vor dem Bischof, durch die die Schwestern ihre bräutliche Ganzhingabe an Christus ausdrücken und sich so zu einem Leben der christlichen Vollkommenheit nach den evangelischen Räten verpflichten.

Trotz verschiedener juristischer Struktur leben beide Gemeinschaften aus derselben Spiritualität, so dass das Werk Jesu des Hohenpriesters und die Familie Mariens ein einziges Werk bilden. Diese gemeinsame Spiritualität ist geprägt von der Liebe zu Maria, von eucharistisch-priesterlichem Geist und der Treue zum Papst. Sie ist missionarisch orientiert und strebt nach wahrer Ökumene, auf das sich die Verheißung Jesu von der einen Herde unter einem Hirten (vgl. Joh 10,16) verwirkliche. Die Spiritualität schöpft ihre Kraft aus dem Gebet und dem sakramentalen Leben. Deshalb gibt es in den Niederlassungen auch die tägliche eucharistische Anbetung.