Wappen der Hochschule
Plakatkampagne für die Hochschule
Kardinal Schönborn beim Hochschuljubiläum
 
 

Freundschaft mit Gott und den Menschen – zu Gast bei den Karmelitinnen von Maria Jeutendorf und Erla

St. Pölten, 16.11.2015 (dsp) Die zweite Erkundung auf der Reise durch die Frauenklöster unserer Diözese führte die gemeinsam Gruppe der Hochschule und des Bildungswerkes auf den Karmel der Mater Dolorosa in Maria Jeutendorf. Zusammen mit der zweiten karmelitischen Gemeinschaft unserer Diözese, den Marienschwestern vom Karmel in Erla, führten sie die Teilnehmer in das Leben und die Spiritualität der beiden Gemeinschaften ein.

Die Priorin des Karmels der Mater Dolorosa, Sr. Maria Johanna von der Menschwerdung, empfing uns mit den Schwestern beider Gemeinschaften in der wundervollen Barockkirche von Maria Jeutendorf, deren Baumeister zwar unbekannt ist – was in Österreich wohl vergleichsweise selten vorkommt – deren Stil aber eine Schülerschaft von Jakob Prandtauer vermuten lässt, und legte das komplexe Bildprogramm der Kirche dar. Kloster und Kirche waren vom Stifter, Baron Maximilian von Sala, ursprünglich den Serviten übertragen worden. Diese zogen sich in den späten 1970er Jahren aus Jeutendorf zurück. Auf Initiative von Bischof Franz Žak wurde das Kloster 1980 dem Orden der Karmelitinnen übergeben und im September 1985, also vor ziemlich genau 30 Jahren, von Schwestern aus Mariazell besiedelt.

Zusammen mit Sr. Margarita Maria von der Eucharistie führte die Priorin Sr. Maria Johanna in die Geschichte und Spiritualität des Karmels sowie in das Leben und den Alltag in einem ein Karmelitinnenkloster ein. So spannte sich zunächst der Bogen von Teresa von Avila bzw. Teresa von Jesus, wie sie sich selbst genannt hat, bis zu Edith Stein. Wesentlich, und nicht durch Hörsaallehre zu ersetzen, war für die Teilnehmer die Erfahrung des persönlichen Zeugnisses der Schwestern und der gleichsam unmittelbare Einblick in das Gebetsleben und die Gebetswelt am Karmel von Maria Jeutendorf als die wesentliche Säule des Vollzugs der Frauengemeinschaft. Sechs Stunden des Tages gehören dem inneren Gebet, der individuellen geistlichen Schriftlesungen, dem gemeinsamen Stundengebet und der Eucharistiefeier. Wir durften das Mittagsgebet mitfeiern. Die Arbeitszeiten der Schwestern sind strikt bemessen, doch das Werk nicht zu knapp. So betreiben die Schwestern eine Hostienbäckerei, eine Kerzen- und eine Ikonenmalwerkstätte; die Ikonenausstellung beeindruckte die Exkursionsteilnehmer sehr, Schwestern erklärten die tieferen Bedeutungen der einzelnen Darstellungen.

Der Nachmittag gehörte den Marienschwestern von Erla. Generaloberin Mutter Michaela Pfeiffer-Vogl und Oberin Sr. Rosa Wieser gewährten einen Überblick zur Geschichte dieser 1861 entstandenen Kongregation als apostolisch tätigen Zweig des Karmelordens – ein „junges Reis aus altem Stamm“, wie sie sich selbst sehen – und ihre Werke. Diese reichen von den Fachschulen in Erla, die 1903 aus einer Sonntagsschule für Mädchen Gräfin Paula von Goudenhouve hervorgegangen sind und eines der wichtigen traditionsreichen Schulzentren unserer Diözese darstellen, über die seit 1911 betriebenen Kneipp-Traditionshäuser, deren Fachkompetenz noch auf Pfarrer Kneipp selbst zurückgeht, bis zum Wirken in der Diözese Kiyinda-Mityana in Uganda seit dem Jahr 2002. Seit 2010 ist die erste afrikanische Schwester mit „im Glauben unterwegs“, so der Wahlspruch der Marienschwestern. Und bei unserem Studientag in Maria Jeutendorf waren gleich zwei Novizinnen aus Uganda anwesend. Aber auch weitere Novizinnen und Postulantinnen beider Gemeinschaften waren für uns Besucher am Karmel und Reisende durch unsere Diözese ein Zeugnis lebendiger und junger Gemeinschaften.