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Film und Diskussion: Menschen auf der Flucht

KR Engelbert Salzmann, Gemeinderätin Mirsada Zupani, Mag. michaela Schauer, Prof. Dr. Veit Neumann

St. Pölten, 15.10.2015 (dsp) Über Menschen auf der Flucht ging es bei der bereits dritten Filmvorführung mit anschließender Diskussion der Philosophisch-Theologischen Hochschule im St. Pöltner Cinema Paradiso in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Bildungswerk (kbw) sowie mit dem Kino. Engelbert Salzmann, Priester und ehemaliger Gefangenenseelsorger, der Pastoraltheologe Veit Neumann von der Hochschule, Gemeinderätin Mirsada Zupani, die bei der Emmausgemeinschaft mitarbeitet, und das zahlreiche Publikum diskutierten über den Filmklassiker „Die Verurteilten“ (1994) von Frank Darabont.

In der Stephen King-Verfilmung geht es um die Geschichte einer langen Flucht aus einem US-Gefängnis mit Tim Robbins und Morgan Freeman in den Hauptrollen. Mit immer neuen Farben werden die Themen Freundschaft, Hoffnung und Freiheit umkreist. Moderiert wurde die Veranstaltung von Michaela Schauer, die derzeit an der Hochschule einem Lehrauftrag nachgeht

Mirsada Zupani berichtete zunächst von ihrer eigenen Flucht vor den Kriegen auf dem Balkan zu Beginn der 90er Jahre. Auch schilderte sie eindrücklich, wie sie infolge ihrer Flucht bis heute das tiefe Gefühl der Sicherheit spürt, wenn sie im Rahmen einer Rückreise erneut die Grenze zu Österreich überquert.

Pfarrer Salzmann sprach über die verschiedenen Schicksale von Gefangenen, wie er sie in der Haftanstalt Stein erlebt hat. Etwa einem Drittel der Insassen gelingt es demnach, einen auf die Zukunft ausgerichteten Sinn zu identifizieren und somit hilfreiche Qualifikationen zu erwerben. Allerdings nehmen sich etwa ebenso viele Häftlinge im Lauf der Jahre das Leben. Überhaupt sei es ein prinzipielles Problem, einen Menschen einzusperren. Grundlegend sei die Frage, ob es überhaupt eine realistische Hoffnung gebe, eines Tages fliehen zu können.

Mit Blick auf den Film sprach Pastoraltheologe Veit Neumann von der zunehmenden Bedeutung für die Theologie, Geschichten erzählen zu können. Bei aller Notwendigkeit von Systematisierung und Klassifizierung, Kritik und Abgrenzung sei es vielmehr mindestens genauso erforderlich, Menschen mit echter Narrativität ansprechend zu erreichen. Diese Fähigkeit zur Erzählung menschlicher Schicksale sei anhand des Films „Die Verurteilten“ besonders bewegend nachzuvollziehen.

Foto: KR Engelbert Salzmann, Gemeinderätin Mirsada Zupani, Mag. michaela Schauer, Prof. Dr. Veit Neumann