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Exkursion ins Stift Zwettl

Zisterzienserstift Zwettl

St. Pölten, 10.08.2015 (dsp) Das Zisterzienserstift Zwettl im Waldviertel war die sechste Station der PTH/KBW-Exkursionsreihe in die Stifte der Diözese St. Pölten anlässlich des Jahrs der Orden. Das Stift besteht ohne Unterbrechung seit seiner Gründung im Jahr 1138 und ist damit nach dem Stift Rein und dem Stift Heiligenkreuz das drittälteste Zisterzienserkloster weltweit. Der Klosterbau liegt typisch für eine Zisterze am Talboden und wurde in einer Flussschleife des Kamps errichtet.

Die St. Pöltener Gruppe aus Studierenden der Hochschule und Multiplikatoren des Bildungswerks traf just am Tag nach Beendigung der Dreharbeiten zur ORF-Dokumentation über Kaiser Maximilian, den letzten Ritter, im Stift ein; Kulissen und Ausrüstung waren überall noch zu sehen und dementsprechend könnte man quasi noch „Filmluft“ schnuppern. Außerdem hatten die Schwalben im Stiftshof Flughochbetrieb; Abt Wolfgang Wiedermann klärte uns bei der Begrüßung auf, dass die Schwalben zu Zwettl gehören wie die Zisterzienser selbst – und ein kritisch-vergleichender  Blick auf das schwarz-weiße Federkleid der Schwalben und den Habit der Mönche ließ uns gleich verstehen, wie sich hier alles zusammenfügt.

Durch den Tag geleitete uns P. Tobias Lichtenschopf. Eine intensive Führung durch das Stift uns seine Geschichte, die Stiftskirche, den Kreuzgang, die Bibliothek, die Schatzkammer gem. mit dem Kustos, P. Martin Strauß, u.a.m. spannte den Bogen vom 12. Jahrhundert bis in die Gegenwart und das gemeinsame Mittagesgebet und Mittagessen führte uns mit der Gemeinschaft der Mönche zusammen. Das Stift wurde einst von einem der bedeutendsten Adelsgeschlechter Österreichs, den Kuenringern gegründet; im Stiftsareal befindet sich die Grablege einiger Kuenringer. Und mit den Kuenringern als Stifter des Klosters in Zwettl setzten wir uns auch immer wieder auseinander, denn den Zisterziensern ist es verständlicherweise ein Anliegen, das schlechte Image ihrer Stifter als Raubritter zu korrigieren - eine intrigante Konstruktion ihrer einstigen Rivalen, der Babenberger. Große Bedeutung erlangte das Skriptorium des Stiftes, das für ein rasches Anwachsen des Buchbestandes sorgte. Das Zwettler Stiftungsbuch, die "Bärenhaut" von 1311, ist eine der bedeutendsten Handschriften aus dieser Zeit. Die Haut stammt allerdings von einem "Saubären", also einem Wildschwein.

Das nachmittägliche, teils sehr lebhafte Gespräch mit Abt Wolfgang und P. Tobias drehte sich gänzlich um das Thema der Pfarrseelsorge am Beispiel der inkorporierten Pfarren des Stifts vor dem Hintergrund der Situation der Kirche im Allgemeinen. Doch auch das Bildungshaus des Stifts ist ein Anker der Seelsorge und so ergeben sich für den Abt, der gleichzeitig das Bildungshaus leitet, auch bei jenen Kursen, die scheinbar wenig mit Kirche und Glaube zu tun haben, wertvolle Gelegenheiten zur Pastoral.

Für Prof. P. Dr. Pius Maurer OCist, der die Exkursion gemeinsam mit Prof. Friedrich Schipper leitete, ergab sich als Prior des Zisterzienserstifts Lilienfeld eine wunderbare Gelegenheit, den Betreib in Zwettl genauer unter die Lupe zu nehmen und sich auch mit seinen Zwettler Ordensbrüdern auszutauschen.

„Exkursionen wie jene nach Seitenstetten oder Zwettl geben uns die Möglichkeit, das Konzept unserer Kurse als akademisch-theologische Erwachsenenbildung auf Hochschulniveau zu evaluieren und für die Zukunft zu adaptieren“, so Prof. Schipper. „Mit dem kommenden Jahr, dem 225-jährigen Jubiläumsjahr der Hochschule, wollen wir die Gelegenheit wahrnehmen und auch das Leitbild unseres Kursangebots einer Reflexion unterziehen. Die Erfahrungen in diesem Semester werden dabei sehr wichtig sein.“