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Die Hochschulen St. Pölten und Košice gehen die ersten gemeinsamen Schritte

St. Pölten, 18.11.2015 (dsp) Im Mai 2015 hatten die kirchlichen Hochschulen St. Pölten und Košice (bzw. Kaschau, Slowakei) eine Absichtserklärung unterzeichnet, ein Partnerschaftsabkommen ausarbeiten und umsetzen zu wollen, das beide Institutionen in Lehre und Forschung in allen Disziplinen der Theologie und in der Religionspädagogik verbinden wird, vgl. http://www.pth-stpoelten.at/philosophisch-theologische-hochschule-der-dioezese-st-poelten/artikel/2015/hochschulen-st-poelten.

Nunmehr folgte als erster Schritt zur beginnenden Umsetzung der Antrittsbesuch einer St. Pöltener Vertretung in Košice: Rektor Prof. Reinhard Knittel, Prof. Friedrich Schipper, Prof. Thomas Stark und Pfr. P. Joachim Zitko OSB diskutierten mit dem Kauschauer Dekan Prof. Cyril Hišem, dem Abt des Zisterzienserstiftes Jasov, Prof. Ambroz Martin Štrbák OCist, und dem Regens des Kaschauer Priesterseminars, Štefan Novotný, sowie dem Spiritual Peter Celuch.

Konkret erörtert wurde auch die Rolle der Priesterausbildung für kirchliche Hochschulen. Diese Aufgabe ist für die Hochschule St. Pölten entfallen, als das Priesterseminar aufgrund geringer Berufungszahlen schließlich nach Wien verlegt wurde. Die Hochschule Košice dient gleich zwei Priesterseminaren, Košice und Zips, als akademische Ausbildungsstätte. Doch auch hier sei der Zenit nach der politischen Wende von 1989 überschritten, meinen die slowakischen Kollegen. Beherbergten die beiden Seminare Mitte der 1990er Jahre zusammen 480 (!) Seminaristen, die eben auch an der Hochschule Košice studierten, so sind es heute „nur“ mehr 100. Dennoch prägen die Priesteramtskandidaten nach wie vor wesentlich das Bild und den Alltag der kirchlichen Hochschule und stellen dort etwa zwei Drittel der Studierenden.

Aber angesichts der Entwicklung machen sich die Kaschauer Verantwortlichen bereits erste Gedanken über die Zukunft der Hochschule und des Studiums. Die Hochschule St. Pölten befindet sich diesbezüglich bereits in einem Umstrukturierungs- und Neuorientierungsprozess und setzt dabei z.B. verstärkt auf die Religionspädagogik – ein Weg, den vielleicht auch Košice gehen wird. Und der Kaschauer Schwerpunkt „Family studies“ erinnert das St. Pöltener Kursprogramm „Ehe und Familie“. Wie St. Pölten, so hat auch Košice einen kanonistischen Schwerpunkt. Aber auch die Notwendigkeit völlig neuer Ideen und Wege, z.B. die Entwicklung von Programmen im Bereich zwischen der christlichen Soziallehre und Wirtschaftsethik, wurde von den beiden Hochschulvertretungen diskutiert. Anlässlich der Thomasakademie zum 225-jährigen Jubiläum der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Pölten wird der Gegenbesuch der slowakischen Kollegen erwartet, der Gelegenheit zur Fortsetzung der Gespräche bieten wird.