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Bischof Küng: Gute Seelsorge braucht „Verinnerlichung“

Rektor Prof. DDr. Reinhard Knittel, Diakon Mag. Franz Dangl, Diakon Mag. Thomas Kuziora, Diözesanbischof DDr. Klaus Küng, Sr. Camilla Johanna Amann

St. Pölten, 24.01.2014 (dsp) Ein „gut begründeter und reflektierter Glaube“ sowie das „Bemühen um Verinnerlichung“ seien die Voraussetzungen für eine glaubwürdige Seelsorge. Dies sagte Bischof Klaus Küng beim Festgottesdienst zur traditionellen Thomasakademie, die heuer aus Termingründen am Festtag des Hl. Franz von Sales veranstaltet wurde, in der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Pölten. Franz von Sales habe „in einer schweren Zeit unter schwierigen Verhältnissen tiefe Spuren hinterlassen, die vielen einen Weg geöffnet haben“. Deshalb sei dieser Heilige ein Vorbild „auch der modernen Seelsorge“.

So wie Franz von Sales in seine Hauptwerk „Philothea“ sollte es das Bestreben aller angehenden Seelsorgerinnen und Seelsorger sein, „den Glauben verständlich weiterzugeben“, so Küng vor dem Professorenkollegium, den Studierenden und Freunden der Hochschule. Dabei sollte „nicht auf sich selbst und bestimmte Methoden“, sondern auf Christus gebaut werden. Dafür sei es wichtig, Zeit für das Gebet zu finden, um „die Wurzeln auszustrecken, die lebenswichtig sind“. Daraus folge schließlich ein persönliches Bemühen, in der Liebe Gottes zu bleiben und an sich zu arbeiten, um entsprechend zu leben“, sagte Küng.

Demut als „Bausubstanz“ der Kirche

„Demut als Merkmal der Kirche im Lichte des Philipperbriefes“ war das Thema der Diplomarbeit, die der im Dezember zum Diakon geweihte Priesterseminarist Thomas Kuziora in einem Vortrag im Rahmen der Thomasakademie präsentierte. Kuziora, 1987 in Breslau (Polen) geboren, beschrieb die Demut als „Bausubstanz für die von Paulus gegründete Gemeinde als auch für die ganze Kirche“. Im Christushymnus des Philipperbriefes werde Jesus Christus, der „auf die Attribute seines Gott-Seins verzichtet“, als Vorbild dargestellt. Dieses Vorbild übersteige zwar unsere menschlichen Fähigkeiten, zeige jedoch einen „konkreten Weg“ auf, der uns „als Zielvorgabe“ diene. Die „Entäußerung“ des Sohnes Gottes in seiner menschlichen Knechtsgestalt sei ein „immerwährendes Fundament der Kirche“.

Paulus ermahne die Gemeinde, in Einheit mit Jesus Christus zu leben durch die Umsetzung seines Vorbilds im eigenen Leben: „Der Erhalt der Einheit und damit auch die Freude stellen sich ein, wenn die Gemeinschaft durch Liebe und Demut aufgebaut wird“, so Kuziora. Die „Gemeinschaft des Dienens“ schaffe die „Einheit untereinander und mit Christus“. Die Demut erweise sich so als „Zusammenhalt der Gemeinde“ und als „Mitarbeit im Weinberg Gottes“ und werde zum „Wegweiser zu einer höheren Freude“. Erst „durch unsere Niedrigkeit kann uns der Herr umformen“, wie dies auch im Magnificat-Hymnus dargestellt werde („Auf die Niedrigkeit seiner Magd hat der Herr geschaut; siehe von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.“).

Im Rahmen der Thomasakademie stellte Rektor Reinhard Knittel auch die Absolventen der Hochschule im vergangenen Jahr vor: Neben Diakon Thomas Kuziora waren dies Diakon Franz Dangl (Magisterium in Fachtheologie), Daniela Will (Magisterium in Religionspädagogik) und Sr. Camilla Johanna Amann (Baccalaureat in Religionspädagogik).
Erstmals fand im Jahr 1891 eine Thomasakademie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Pölten statt. Damals wurden die Disputationen noch auf Latein gehalten. Seit 1978 werden im Rahmen der Thomasakademie Diplomarbeiten von Absolventen vorgestellt.

Foto: Rektor Prof. DDr. Reinhard Knittel, Diakon Mag. Franz Dangl, Diakon Mag. Thomas Kuziora, Diözesanbischof DDr. Klaus Küng, Sr. Camilla Johanna Amann