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Thomasakademie 2020 Absolventen
Thomasakademie 2020 Refernt und Rektor
Thomasakademie 2020 Gottesdienst
Rektor Spindelböck - Dr. Kreiml
 
 

Thomasakademie 2020: ein Zeugnis der Verbundenheit mit der Hochschule

St. Pölten, 30.01.2020 (dsp). An die 130 Personen waren der Einladung zur Thomasakademie der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Diözese St. Pölten am 28. Jänner 2020 ins Bildungshaus St. Hippolyt gefolgt. Zuvor feierte Weihbischof Dr. Anton Leichtfried in Vertretung des Diözesanbischofs in der Kapelle die heilige Eucharistie. Er stellte das Vorbild des heiligen Thomas von Aquin in der Verbindung von Heiligkeit und Weisheit heraus. Die wissenschaftliche Reflexion über den Glauben sei ein Grunderfordernis des Glaubens selbst und diene der Kirche in vielfacher Weise.

 Dr. theol. habil. Rupert Grill, Lehrbeauftragter für Moraltheologie an der Hochschule, hielt den Festvortrag über das Thema seiner vor kurzem erfolgreich abgeschlossenen Habilitation: „Willensschwäche aus moraltheologischer und moralpsychologischer Perspektive“. In kurzweiliger und interessanter Weise ging er auf ein Problem ein, das offenbar alle Menschen in irgendeiner Weise betrifft: Wir nehmen uns vor, etwas zu verwirklichen, das für uns einen Wert oder ein Gut darstellt. Dazwischentretende Faktoren innerer und äußerer Art halten uns jedoch im entscheidenden Augenblick mitunter davon ab, den Entschluss weiter aufrecht zu erhalten. Im Nachhinein erkennen wir unsere Schwäche und begründen in einem Narrativ gegenüber uns selbst und anderen, das mehr oder weniger glaubwürdig sein kann, warum wir schwach geworden sind. An den Zielen halten wir jedoch wenigstens vorläufig noch fest.

Anhand der Persönlichkeits-System-Interaktionen-Theorie von Julius Kuhl hat sich der Referent in seiner Habilitationsschrift, welche in der Reihe „Studien zur theologischen Ethik“ im Verlag Herder erscheinen wird, mit dieser Problematik beschäftigt. Als Abhilfe gegen Willensschwäche empfiehlt sich eine ehrliche Klärung und Vergewisserung des je eigenen Motivationshorizonts im Kontext des Erwerbs von Tugenden und des menschlichen Mitwirkens mit der Gnade Gottes.

Rektor Prof. Dr. Josef Spindelböck dankte dem Referenten und auch dem bisherigen Rektor, Prof. Dr. Josef Kreiml, der in seine Heimatdiözese Regensburg zurückgerufen wurde und dort als Domkapitular verschiedene seelsorgliche und wissenschaftliche Aufgaben übernimmt.

Außerdem fand die Ehrung der Absolventinnen und Absolventen der Hochschule statt. Drei Personen haben im vergangenen Kalenderjahr den „Magister der Theologie“ erworben (Abschluss in der Studienrichtung Fachtheologie), neun Personen haben im Studium der Religionspädagogik mit dem „Master of Arts“ abgeschlossen, drei Personen haben im Studium der Religionspädagogik den „Bachelor of Arts“ erworben.

Schließlich wurde noch eine Sponsionsfeier im Lehrgang für kanonisches Recht abgehalten. Univ. Prof. Dr. Wilhelm Rees aus Innsbruck sowie Univ. Prof. Dr. Gabriele Eisenring aus Lugano nahmen die Graduierung von fünf Absolventinnen und Absolventen zum „Master im Vergleichenden Kanonischen Recht“ vor.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Darbietungen von Mag. Franz Reithner und Frau Barbara Zidar-Willinger, welche thematisch gut abgestimmt waren.

Mit der Thomasakademie im Jahr 2016 hatte die Philosophisch-Theologische Hochschule der Diözese St. Pölten ihr 225-jähriges Bestandsjubiläum gefeiert. Vier Jahre später, also heuer, fand sich die Hochschulgemeinschaft mit vielen Gästen und Freunden zur voraussichtlich letzten Thomasakademie dieser Hochschule zusammen. Deren Lehrbetrieb wird mit Juni 2020 eingestellt; weitere zwei Jahre lang ist es noch möglich, ausstehende Prüfungen abzulegen und Abschlussarbeiten einzureichen.

Der neu gewählte und vom Bischof bestätige Rektor Prof. Josef Spindelböck sowie die ebenfalls neu bestellte Prorektorin Prof. Irene Hinterndorfer wollen sich in der verbleibenden Zeit zusammen mit dem Team des Hochschulsekretärs Rudolf Hörschläger, seiner Assistentin Katharina Grünwald und der Bibliothekarin Dr. Hilda Steinhauer um eine gute Betreuung aller Lehrenden und Studierenden bemühen.

Übrigens: Den Verein der "Freunde der Philosophisch-Theologischen Hochschule St.Pölten" wird es weiterhin geben (wenn auch später unter einem neuen Namen), um auch künftig mittels interessanter Veranstaltungen theologische Inhalte und christliches Glaubensgut weiterzutragen, wie die derzeitige Präsidentin des Vereins MMag. Gertrud Moser anlässlich der Feier ankündigte.

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