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Was heißt „politische Repräsentation“?

St. Pölten, 25.03.2019 (dsp) In diesem Sommersemester setzt Prof. Dr. Wolfgang Hariolf Spindler OP an der PTH St. Pölten seine Vorlesungsreihe „Politische Philosophie“ fort. Professor Spindler, der dem Dominikanerorden angehört, ist Theologe, Sozialethiker und Jurist. Mit der Unterstützung durch den „Verein der Freunde der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Pölten“ ist er seit einigen Jahren außerordentlicher Professor für Politische Philosophie an der Hochschule.

In diesem Semester gibt Prof. Spindler – so der Titel der Vorlesungsreihe – eine „Einführung in die Idee der politischen Repräsentation“ (Teil II). Die politische Theologie des Mittelalters kennt die Vorstellung von den „Zwei Körpern des Königs“: einem natürlichen, sterblichen und einem übernatürlichen, den Engeln vergleichbaren Körper. Ernst H. Kantorowicz (1895–1963) hat in seinem so betitelten berühmten Werk aus dieser juristischen Fiktion eine Ideengeschichte des modernen Staates entwickelt, in dem zwischen der öffentlichen Funktion und der konkreten Person, die sie ausfüllt, unterschieden wird. Wie aber kann jemand (z. B. der König oder das Volk), der physisch gar nicht (überall) anwesend ist, politische Macht ausüben? Entscheidend ist hier die Figur der „Repräsentation“.

Die Vorlesung nimmt sich zum Ziel, politische Repräsentation in ihren verschiedenen Bedeutungen historisch und systematisch zu beleuchten. Sie handelt u. a. von parlamentarischen Institutionen, wie sie für die moderne Demokratie selbstverständlich geworden sind, von der politischen Macht als Verwirklichungsform der Gemeinschaft, von der Teilhabe des Staatsvolkes an der Regierung und von der Repräsentation im transzendenten Sinne. Sie will nicht Normen für die Politik formulieren, sondern sich auf grundlegende Begriffe konzentrieren, deren Erhellung unerlässlich ist, um angesichts heutiger gesellschaftlicher Umstände praktische Lösungen anzustreben.

Alle, die wissen wollen, was politische Repräsentation ist und wie dieses im Leben der Völker so wichtige Thema staatstheoretisch und verfassungsrechtlich behandelt wird, sind zur Fortsetzung der Vorlesung vom letzten Wintersemester eingeladen. Spezielle Vorkenntnisse sind nicht erforderlich; das Interesse an Grundlagenfragen von Staat und Gesellschaft genügt.

Professor Dr. theol. Wolfgang Hariolf Spindler OP ist Diplom-Jurist Univ., Sozialethiker und politischer Philosoph. Sein theologisches Magisterium erlangte er an der Universität Wien. Als wissenschaftlicher Assistent wirkte er am Lehrstuhl für Christliche Sozialwissenschaften der Theologischen Fakultät Trier. Seine Dissertation („Humanistisches Appeasement“? Hans Barions Kritik an der Staats- und Soziallehre des Zweiten Vatikanischen Konzils) wurde mit dem Alfons-Fleischmann-Preis ausgezeichnet. Seelsorglich wirkt der Dominikanerpater v. a. an der Theatinerkirche St. Kajetan in München. Spindler ist Stellvertretender Vorsitzender des Instituts für Gesellschaftswissenschaften Walberberg in Bonn und Redakteur der sozialethischen Zweimonatsschrift »Die Neue Ordnung« (www.die-neue-ordnung.de). 2018 wurde er zum Präsidenten der Internationalen Stiftung HUMANUM (Lugano), die Grundsatzfragen von Wirtschaft und Gesellschaft bearbeitet und dem Dialog von Kirche und Welt ein wissenschaftliches Forum bietet, gewählt.

Eingeladen zu dieser Vorlesung sind alle Interessierten (nicht nur Studierende der Hochschule). Die Vorlesungsreihe dient auch dem Ziel, politisch Interessierte miteinander ins Gespräch zu bringen. An folgenden Tagen finden die Vorlesungen statt:

Donnerstag, 9. Mai, 17 bis 18.30 Uhr (im Bildungshaus St. Hippolyt, St. Pölten, Eybnerstraße 5; an den Donnerstagen immer im Bildungshaus St. Hippolyt);

Freitag, 10. Mai, 9.45 bis 11.15 Uhr (im Konservatorium für Kirchenmusik, St. Pölten, Klostergasse 10; an den Freitagen immer im Konservatorium).

Donnerstag, 16. Mai, 15.30 bis 17 Uhr;

Freitag, 17. Mai, 9.45 bis 11.15 Uhr;

Donnerstag, 23. Mai, 17 bis 18.30 Uhr;

Freitag, 24. Mai, 9.45 bis 11.15 Uhr;

Donnerstag, 13. Juni, 17 bis 18.30 Uhr;

Freitag, 14. Juni, 9.45 bis 11.15 Uhr.