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Symposium "Christlicher Humanismus" an der PTH

St. Pölten, 26.11.2019 (dsp) Am Freitag und Samstag, 22. und 23. November, hat an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Pölten (PTH) das Symposium „Christlicher Humanismus – woher, wohin, wozu?“ stattgefunden. Prof. Dr. Sigmund Bonk, der Direktor des Akademischen Forums Albertus Magnus der Diözese Regensburg, hielt den Eröffnungsvortrag. Er gab überzeugende Antworten auf die Frage „Was bedeutet Christlicher Humanismus?“ In das Thema der Tagung hatte zuvor Rektor Prof. Dr. Josef Kreiml eingeleitet, der u. a. Weihbischof Dr. Anton Leichtfried begrüßte. In seiner stringenten Argumentation unterzog der Philosoph der PTH, Prof. Dr. Thomas H. Stark, verschiedene weltanschauliche Konzepte von Humanismus einer Kritik und stellte die Überzeugungskraft eines Humanismus christlicher Prägung heraus.

Die Moderation der gesamten Tagung lag in der Hand der Theologin und Germanistin Julia Wächter, die als Redakteurin in der Medienabteilung der Diözese Regensburg wirkt. Sie kam der Aufgabe sehr gut nach, sodass sich an alle Vorträge konstruktive Diskussionen anschlossen. Unterstützt wurde der Veranstaltungsreigen, den Prof. Dr. Veit Neumann für die Hochschule konzipiert und organisiert hatte, vom Land Niederösterreich und der Regionalzeitung „Niederösterreichische Nachrichten“. Auch der Verein der Freunde der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Pölten und der Alfons-Fleischmann-Verein Eichstätt wirkten als Unterstützer.

Auf die Grundlegung des Themas und seine Diskussion folgte der Beitrag der Germanistin Dr. Gudrun Trausmuth, die sich mit dem „erzählten Humanismus in gefährlicher Zeit“ befasste, indem sie Werke des katholischen Schriftstellers Werner Bergengruen betrachtete. Der praktische Theologe an der PTH, Prof. Dr. Veit Neumann sprach bei dieser Gelegenheit über die Bedeutung des christlichen Humanismus in Thomas Manns Epochenroman „Doktor Faustus“. Insbesondere um den katholischen und humanistisch eingestellten Biographen Serenus Zeitblom ging es in diesem Zusammenhang. Mag. Mirjam Schmidt, Direktorin des Wiener Diözesankonservatoriums für Kirchenmusik, stellte in ihrem Vortrag die Verbindungslinie zwischen der Musik Palestrinas und dem Christlichen Humanismus her. Im 16. Jahrhundert hatte eine Neuausrichtung der musikalischen Gestaltung an den sakralen Texten stattgefunden.

Nach einem Festabend im Kardinal-König-Saal der St. Pöltener Dompfarre am Freitagabend, der traditionell zu einem Symposium gehört, wurde folgenden Tags die thematische Arbeit fortgesetzt. Der Rektor der PTH, Prof. Dr. Josef Kreiml, entfaltete wichtige Aspekte des christlichen Humanismus, wie sie z. B. auch der emeritierte Grazer Bischof Egon Kapellari vertritt. Dr. Irene Hinterndorfer, Professorin für Katechetik und Religionspädagogik an der PTH, nahm das Thema des Menschseins im Religions- und im Ethikunterricht aus dezidiert praktischer sowie aus grundlegender Perspektive in den Blick. Anschließend referierte der Leiter des Diözesanen Schulamts St. Pölten, Prof. Mag. Josef Kirchner, über die Möglichkeiten, das Menschsein im Religionsunterricht konkret erfahrbar zu machen. Der langjährige Praktiker überzeugte durch anschauliche Schilderungen aus der Praxis des Religionsunterrichts, die er selbst mitgestaltet hatte. Der Frage nach den Orientierungen auf dem Weg zum wahren Menschsein ging P. Dr. Josef Lackstätter OSB aus dem Stift Göttweig nach, der an der PTH als Lehrbeauftragter für Philosophie tätig ist. Er erhellte die Bedeutung der frühen Monate eines Kindes für seine spätere Beziehungsfähigkeit, die für die Entfaltung des Lebens von hoher Bedeutung ist. Den ebenso praktischen Abschluss des Symposiums, an dem insgesamt rund 65 Personen teilnahmen, bildeten der Vortrag und die Diskussion der Thesen des Niederösterreichers Prof. Dr. mult. Anton Burger, der an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt arbeitet. Sein Anliegen war es, Elemente eines Christlichen Humanismus in der Wirtschafts- und Unternehmensethik zu entdecken bzw. die Möglichkeiten, entsprechend zu handeln, aufzuzeigen.

Die zweitägige Veranstaltung, die unter den Teilnehmern ein sehr positives Echo hervorrief, war als eigenständiger umfassender Beitrag zum Christlichen Humanismus konzipiert. Einen wichtigen Ausgangspunkt dafür bildete die Festschrift für den eingangs genannten Prof. Dr. Sigmund Bonk, die vor wenigen Wochen im Verlag Friedrich Pustet, Regensburg, anlässlich seines 60. Geburtstags mit dem Titel „Christlicher Humanismus“ erschienen war. Die Beiträge, die während des Symposiums gehalten wurden, sowie weitere, die das Thema betreffen, werden in einem eigenen Band in der Reihe der Schriften der Philosophisch-Theologischen Hochschule 2020 erscheinen.