Wappen der Hochschule
Plakatkampagne für die Hochschule
Kardinal Schönborn beim Hochschuljubiläum
 
 

Vortrag über Reproduktionsmedizin an der Hochschule

Sozialethiker und Moraltheologe Prof. Dr. theol. habil. Clemens Breuer

St. Pölten, 07.03.2018 (dsp) Am Freitag, 9. März 2018, 16 Uhr, hält der an der PTH St. Pölten lehrende Sozialethiker und Moraltheologe Prof. Dr. theol. habil. Clemens Breuer – im Rahmen der Reihe „Theologie am Nachmittag“ – im Festsaal der Hochschule für alle Interessierten einen öffentlichen Vortrag zum Thema „Die `Vermeidung´ des Zufalls in der Reproduktionsmedizin aus sozialethischer Sicht“.

Bereits im 5. Jahrhundert vor Christus haben Mediziner versucht, bei der Bestimmung von Krankheits- und Heilungsprozessen den Zufall auszuschalten. Eine gute Medizin bestehe darin, alles entweder auf die ärztliche Kunst (griech.: techne) oder auf die Natur zurückzuführen. Die seit mehreren Jahrzehnten beim Menschen erfolgreich angewandten Techniken der Reproduktion erscheinen heute weitgehend als Standardverfahren, die nicht ernsthaft in Frage gestellt werden. Die damit verbundenen immer genaueren Untersuchungsmethoden in den frühesten und frühen Entwicklungsphasen des menschlichen Lebens haben der Vorstellung vom „Wunschkind“ einen enormen Auftrieb gegeben. Die Annahme des Zufalls bzw. „Schicksals“ erscheint in einer zunehmend geplanten Weltordnung unangebrachter denn je zu sein. Steuern wir auf eine Situation zu, in der sich diejenigen rechtfertigen müssen und als verantwortungslos gelten, die sich den zahlreichen „Kontrollmöglichkeiten“ bei der Entstehung und Entwicklung des menschlichen Lebens nicht kritiklos ausliefern wollen?

Prof. Breuer ist seit 2005 an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Pölten außerordentlicher Professor für Moraltheologie, Dozent für Sozialethik und Theologie der Ehe und Familie. Er wurde 1964 in Solingen (Deutschland) geboren, 1994 an der Universität Augsburg zum Dr. theol. promoviert und hat sich im Jahr 2000 an der Theologischen Fakultät Trier habilitiert. Zur Zeit ist Clemens Breuer auch Mitarbeiter beim Kath. Bildungswerk der Erzdiözese Köln und Dozent für Christliche Sozialethik und Moraltheologie am Bischöflichen Studium Rudolphinum Regensburg. Medizinethische Fragestellungen bilden den Forschungsschwerpunkt von Prof. Breuer, der seit 2001 auch Herausgeber der Reihe „Moraltheologische Studien. Neue Folge“ ist.

 Prof. Breuer hat zahlreiche Publikationen vorgelegt. Genannt seien nur folgende: Person von Anfang an? Der Mensch aus der Retorte und die Frage nach dem Beginn des menschlichen Lebens (Dissertation), Paderborn 1995 (2. Auflage 2003); Christliche Sozialethik und Moraltheologe. Eine Auseinandersetzung mit den Grundlagen zweier Disziplinen und die Frage ihrer Eigenständigkeit (Habilitationsschrift), Paderborn 2003; Ist das Recht auf Leben unantastbar? Gefährdungen durch Biomedizin und Gentechnologie, in: Anton Rauscher (Hg.), Die Universalität der Menschenrechte, München 2005, S. 89-102; Relativierung des Lebensschutzes?, in: Die Neue Ordnung 65 (2011), S. 66-70.