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Gastvortrag von Dr. Lehner-Hartmann 2
Festschrift für Prof. Dr. Josef Kreiml
Gruppenbild der Lehrenden
Die zweite Kerze brennt
 
 

Kunsthistorischer Vortrag über das Marienportal des Regensburger Domes

Dr. phil. Susanne Biber

St. Pölten, 23.04.2018 (dsp) Anlässlich des Marienmonats Mai findet an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Pölten am Mittwoch, 2. Mai 2018, 19 Uhr, (Aula der Hochschule, St. Pölten, Wiener Straße 38) ein kunsthistorischer Vortrag über das Leben der Mutter Christi statt. Referentin ist die Kunsthistorikerin Dr. phil. Susanne Biber. Ihre Ausführungen über das Marienleben beziehen sich auf das gotische Westportal des Regensburger Domes. Das Thema des Vortrags lautet: „Umarmungen Gottes. Der Einfluss Birgittas von Schweden auf das Marienportal des Regensburger Domes“. Zu diesem kunsthistorischen Vortrag sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

Dr. phil. Susanne Biber M.A. stammt aus Ingolstadt (Bayern) und studierte an der Universität Regensburg Kunstgeschichte und Philosophie. 2013 wurde sie im Fach Kunstgeschichte bei Prof. Dr. Hans-Christoph Dittscheid mit ihrer Dissertation „Mysterium der Wirklichkeit bei René Magritte“ (veröffentlicht 2015) summa cum laude promoviert. Frau Dr. Biber war bei verschiedenen Ausstellungen als Autorin und Kuratorin tätig (unter anderem für die Ausstellung zeitgenössischer Kunst „Gegenüberstellung. Brücke zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem“ beim 99. Deutschen Katholikentag 2014 und für die Jubiläumsausstellung „Mehr als Schwarz & Weiß. 800 Jahre Dominikanerorden“ 2016).

Das prächtige Marienportal (1385-1410) an der Westfassade des Regensburger Domes überrascht mit einem ungewöhnlichen Motiv: Gottvater umarmt Christus und Maria. Der Heilige Geist über ihnen umfängt alle. Mit Maria wird der Mensch in eine besondere Nähe zu Gott gerückt. Der Einfluss Birgittas von Schweden (1303-1373) lässt sich am Portal in direkter und indirekter Weise zeigen. Die Mystikerin, die Papst Johannes Paul II. 1999 zur Patronin Europas erhob, wurde schon 1391 heiliggesprochen. Ihre oft ausgesprochen marianischen Visionen verbreiteten sich in kürzester Zeit in ganz Europa und hinterließen ihre Spuren im Bilddenken der christlichen Welt. Am Prager Hof Kaiser Karls IV. wurden die Schriften Birgittas intensiv gelesen. Steinmetze aus Prag, die am Regensburger Dom arbeiteten, haben die Sichtweise Birgittas am dortigen Westportal umgesetzt. Die drei Rundbögen des Portals (Archivolten) enthalten 22 Motive (beginnend mit der „Wurzel Jesse“, endend mit dem „zwölfjährigen Jesus im Tempel“). Das Tympanon enthält vier Motive (Tod, Grabtragung, Himmelfahrt und Krönung Marias).

Susanne Biber ist auch Autorin des folgenden Beitrags: Mariendarstellungen am Regensburger Dom, in: Josef Kreiml / Veit Neumann (Hg.), 100 Jahre Patrona Bavariae. Marienverehrung in Bayern. Mit einem Geleitwort von Bischof Rudolf Voderholzer, (Verlag Friedrich Pustet) Regensburg 2017, 321-338.

Foto: Dr. phil. Susanne Biber