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Theologischer Nachmittag zu „Martin Luther – im Kontext der Geschichte“

St. Pölten, 18.05.2017 (dsp) Um die historischen Grundlagen der Reformation Martin Luthers im Jahr des Reformationsjubiläums ging es im Rahmen eines Theologischen Nachmittags an der PTH der Diözese St. Pölten, der mit einem besonders großen Zulauf von Hochschulangehörigen und Gästen am 17. Mai im Festsaal stattfand.

 

Frau Prof. Dr. Marianne Sammer beleuchtete in ihrem Eröffnungsreferat zum Thema „Reichsgeschichtliche Hintergründe für das Wirken Martin Luthers“ den profangeschichtlichen Kontext des Ursprungs der Reformationsbewegung, an deren Spitze Martin Luther trat, ein Ursprung, der durch zunächst keineswegs theologisch untermauerte Reformanliegen der Fürsten des Reiches geprägt war.

Der Vortragende evangelischer Konfession, Herr Oberkirchenrat Prof. Mag. Karl Schiefermair, wählte als Thema „Ein Wucherer ist ein Mörder“ - Luther und die Wirtschaft seiner Zeit“. Ausgehend von Stellungnahmen in den Schriften Luthers und aus der Heiligen Schrift konnte die - sehr persönlich geprägte  - Haltung Luthers, die zwar den Besitz nicht verdammt, wohl aber dessen Ausnutzung zum Schaden des Nächsten dargestellt werden. Gleichzeitig wurde diese Position in Beziehung gesetzt zu aktuellen Fragestellungen.

Der dritte Referent, P. Dr. Josef Lackstätter OSB, der Philosophiegeschichte an der PTH lehrt, trug zum Thema vor: „Philosophiegeschichtliche Aspekte im Denken Martin Luthers“, wobei er vor allem die nominalistischen Grundlagen und ihre vielfältigen Auswirkungen im Denken Luthers beschrieb.

Das Abschlussreferat hielt dann Prof. DDr. Reinhard Knittel, der an der PTH das Fach Theologiegeschichte innehat, zum Thema: „Theologiegeschichtliche Kontinuität und Bruch bei Martin Luther“. Ein eigentümliches Verhaftetsein Luthers in der spätscholastischen Theologie verbindet sich mit einer radikalen Dialektik dazu, die Luther aus den antipelagianischen Schriften des Augustinus schöpft und aus seiner Deutung der paulinischen Theologie absichern will, woraus eine ganz eigene theologisch komplexe Synthese wird, die nach und nach entstehen kann.