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„Thomasakademie“: Hochschule setzt auf Religionspädagogik

Festemesse mit Weihbischof Anton Leichtfried zur Thomasakademie

St. Pölten, 27.01.2017 (dsp) Die Philosophisch-Theologische Hochschule St. Pölten (PTH) will weiterhin verstärkt auf die religionspädagogische Ausbildung setzen. Das betonte Rektor Reinhard Knittel bei der traditionellen „Thomasakademie“ an der Hochschule. Die PTH wolle diese Ausbildung qualitätsmäßig weiter optimieren, es sei aufgrund der wenigen Priesterseminaristen ein Zeichen der Zeit. Bereits jetzt seien neun der elf Absolentinnen und Absolventen des vergangenen Jahres Religionspädagogen. Knittel zeigte sich erfreut, dass mit diesen elf ein neuer Rekord vorliege. Die Festpredigt anlässlich des Festtages des heiligen Thomas von Aquin, des Patrons der Hochschule, hielt heuer Weihbischof Anton Leichtfried.

Der Weihbischof sagte, Christinnen und Christen sollten andere nicht schlechtmachen oder negative Vergleiche anstellen. Nicht größer oder besser als andere zu sein sei der Maßstab, sondern Werte wie Glaube, Liebe, Hoffnung. Man solle sich die Frage stellen, für was die Talente und Begabungen des Einzelnen eingesetzt werden sollen. Begabungen würden auch Aufgabe und Verantwortung bedeuten. Es sei menschliche Größe, die eigenen Talente für andere einzusetzen. Gott habe uns Begabungen hineingelegt, diese gelte es zu entdecken und sie sollen zum Segen für andere werden. An der PTH würden Begabungen weitergegeben, die sich dann in den Pfarren entfalten. Die Hochschule sei eine wunderbare Möglichkeit, dass sich Studierende mit den Fragen der heutigen Zeit beschäftigen und den Glauben dann als Multiplikatoren weitertragen. Dabei sei der Thomas von Aquin ein Vorbild. Das sieht auch Rektor Knittel so, der sagte: „Als Lehrer ist es dem Heiligen ein Anliegen gewesen, zur Tugendhaftigkeit beizutragen – im Sinne eines Dienstes am Nächsten.“

Im Rahmen der „Thomasakademie“ an der neben Weihbischof Leichtfried auch die beiden Äbte von Lilienfeld, Matthäus Nimmervoll, und von Geras, Michael Proházka, sowie Priester, Professoren und Studierende teilnahmen, wurden zwei Master-Abschlussarbeiten präsentiert.

Angelika Koch schrieb ihre vielbeachtete Arbeit über „Was haben Glaube, Sport und Religionsunterricht miteinander zu tun?“ und Katharina Maria Eggenhofer über „Zum Auftakt ein erstes Zeichen – Das Weinwunder in Kana und seine Anforderungen für eine lebendige Bibelauslegung“.

Die Erzähltexte der Bibel seien bis heute äußerst faszinierend, die Tragweite der neuen narrativen, erzählerischen Zugangsweisen würden neu entdeckt. Eggenhofer aus der Pfarre Kilb arbeitete die Handlungen, Figuren, Erzählformen und -stränge in der Kana-Erzählung wissenschaftlich heraus. Der Text habe die Funktion eines Spiegels, der dazu auffordere bestimmte Werte wahrzunehmen.

Koch, die an der Neuen Mittelschule Neulengbach unterrichtet, zeigte in ihrer Arbeit die vielen Verbindungen von Kirche und Sport auf. Vielen Sportlerinnen und Sportler sei ihr Glaube ein wichtiges Anliegen. Bayern München-Fußballer David Alaba könne sich das Leben ohne Gott nicht vorstellen. Er twitterte: "Leben ohne Gott ist wie Fußball ohne Ball!" Red Bull-Salzburg-Kicker Maximilian Mayer wisse, dass Gott ihn begleite, und Rennrollstuhl-Olympiasieger Thomas Geierspichler habe nach einem schweren Unfall durch den Glauben wieder Lebensmut gefunden. Als weiteres Beispiel nennt Koch das neu eröffnete Allianz Stadion von Rapid Wien, in dem sich ein Andachtsraum befindet. Auch die Päpste hätten viel für Sport übrig gehabt: Johannes Paul II. sei begeisterter Skifahrer gewesen und forderte Werte wie Fairness und Respekt ein; Benedikt XVI. verwies in der Enzyklika Deus caritas est auf die Einheit von Leib und Seele; und Papst Franziskus empfing kürzlich die österreichische Skinationalmannschaft, außerdem hob er die Leistungen der Athleten der Paralympics vor. Mit der Diözesansportgemeinschaft hätten die österreichischen Diözesen eine Sportorganisation. Sie empfiehlt im Übrigen einen bewegungsorientierten Religionsunterricht: etwa kurze Fingerübungen, Besuch der Kirche im Schulort oder Rollenspiele. Regelmäßige Bewegung senke den Blutdruck, baue Stress ab und führe zu mehr Aufmerksamkeit, argumentiert Koch.